Handball in Kinderhaus

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20:0 Punkte: Westfalia siegt und lernt unter Cabon

Das gibt es in keiner Bezirksliga noch einmal: Zehn Spiele, zehn Siege. Westfalia Kinderhaus dominiert eindeutig die Handballklasse, das war auch von einem Absteiger aus der Landesliga in der Form nicht zu erwarten. Nach dem Trainerwechsel baut der Kader neue Stärke auf und besticht vor allem mit sattelfester Abwehr. Unter Coach Slawomir „Slawek“ Cabon hat eine neue Ernsthaftigkeit Einzug gehalten.

Die Spieler leben damit, dass im Training kaum noch Spaßfußball gespielt wird. Sie werden dem Anspruch des Neuen gerecht, das war schon in der Vorbereitung so. „Die Truppe hat es mir leicht gemacht“, spürte der ehedem für Ibbenbüren und Sparta in der Oberliga aktive Cabon Neugier und Bereitschaft. Noch immer ist da so – 14 oder 15 Mann im Training sind die Regel. Selbstredend macht auch der Erfolg allen Beine.

„Abwehr ist der Schlüssel“

„Wir sind in dieser Klasse deutlich stärker als viele andere“, stellt Heinz Janssen fest, der mit 41 Jahren noch immer die Nummer eins im Tor ist und zurzeit sogar allein auf weiter Flur steht, was diese Position angeht. Konditionsstärker ist Westfalia und wirkungsvoller in der Abwehr. Cabons Grundtaktik, die 6:0-Formation mit großem Innenblock um Axel Müller als zweitem Routinier, ist inzwischen von allen verinnerlicht worden.

Janssen wehrt mehr als die Hälfte aller Würfe ab, oft münzt die Feldspielerfraktion die Taten in Tempogegenstöße um. Bisher fand sich kein Kontrahent, der ein Gegenmittel parat hatte.

Cabon kam, gelockt von Abteilungsleiter Christian Janzen, mit klaren Vorstellungen aus Greven, wo er in fünf 09-Jahren die zweite Frauenmannschaft bis in die Oberliga führte – nach seinem Weggang löste sich die erfolgreiche Mannschaft auf. In Kinderhaus schätzt der Coach die „familiäre Atmosphäre“ und spürt „Vertrauen in meine Arbeit.“ Im Weichspülgang aber geht es nicht an die Arbeit, denn der 35-Jährige hat Ambitionen. „Eine funktionierende Abwehr ist der Schlüssel zu allem. Die Basis haben wir gelegt.“

Fehler werden verziehen

Keeper Janssen, auch als Männerspielwart des Großklubs in der Verantwortung, sieht in der „deutlich leichteren Bezirksliga“ die Youngsters besser reifen. „Die Klasse erlaubt uns, auch Fehler zu machen, die nicht gleich bestraft werden. Den Thomas Würthwein, Westfalia Kinderhausjungen Leuten tut es gut, sich hier entwickeln zu können.“ Kinderhaus hat und will keine „Legionärstruppe“ stellen, um den Erfolg zu garantieren. Die Identifikation mit der Gruppe und mit dem Verein ist gewünscht und vorhanden.

Cabon mischt die Besetzungen so, dass auch A-Jugendspieler wie Thomas Würthwein (Foto r.) durch Training und Spiel hinzu lernen. Etliche Kinderhauser spielen erst im maximal zweiten oder dritten Seniorenjahr und wachsen mit den Aufgaben. Klare Ansagen, nach denen das Angriffsspiel nach bestimmten Auslösehandlungen zu funktionieren hat, helfen den Emporkömmlingen in die Spur.

Vorsprung ist ein Pfund

Dass Westfalia jetzt das klare Ziel des Wiederaufstiegs postuliert, ist normal. Auch wenn Cabon vor der Saison die Teams aus Vreden, Havixbeck und Ascheberg/Drensteinfurt nannte sowie ganz vorne den SC Münster 08. „Die Konstellation, die wir jetzt erreicht haben, verschafft uns einen Vorsprung“, grinst der Coach spürbar. Und ist gespannt darauf, wie der Kader auf den ersten Nasenstüber reagieren wird.

Thomas Austermann

 
Von Daniel Vaegs am 10.12.2010
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Kategorien: Aktuelles
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