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„Wir müssten uns schon blöd anstellen“

MÜNSTER „Da gab’s nicht viel zu überlegen“, sagte Trainer Slawomir Cabon nach seiner Vertragsverlängerung als Handball-Trainer der Bezirksliga-Herren von Westfalia Kinderhaus über die aktuelle Saison hinaus. Dann aber soll’s bitteschön wieder die Landesliga sein. Womit sich der 35-Jährige bei 30:0 Punkten und aktuell acht Punkten Vorsprung in der Tabelle wohl nicht zu weit aus dem Fenster lehnt. Im Gespräch mit dieser Zeitung bezeichnet Cabon dies aber nur als „Teilstück“ seines Weges.

Noch elf Spiele stehen auf dem Fahrplan Richtung Bezirksliga. Ab wann nehmen Sie Gratulation zum direkten Wiederaufstieg an?

Cabon: Ich bin mir sicher, dass wir nicht verlustpunktfrei bleiben. Da wird es noch so manches Team von unten geben, dass sich mit Händen und Füßen gegen den Abstieg wehrt und gegen uns einen Coup landen will. Aber mal ehrlich: Wir müssten uns schon verdammt blöd anstellen, wenn wir diese riesige Chance noch aus der Hand geben würden.

Sie planen also mit dem Aufstieg?

Cabon: Ja. Mit diesem Argument sind wir aktuell auch auf die Suche nach ein, zwei Verstärkungen.

Glauben Sie, dass ein, zwei Verstärkungen reichen werden zum Klassenerhalt eine Liga höher? Schließlich ist Ihr aktueller Kader nahezu identisch mit dem, der vor einem Jahr abstieg.

Cabon: Richtig. Aber ich habe auch bei meinem Amtsantritt vor dieser Saison nicht verstanden, wie diese Mannschaft aus der Landesliga absteigen konnte. Die Klasse war da, aber auch riesiges Verletzungspech. In dieser Landesliga geht’s traditionell eng zu. Vergangene Saison lief alles gegen uns. Jetzt denke ich, dass wir jeweils mit einer weiteren Alternative in der Mitte, am Kreis und vielleicht auch im Tor für Heinz Janssen unsere personellen Hausaufgaben für 2011/2012 erledigen könnten. Aber ich bin auch überzeugt davon, dass die Bezirksliga unseren jungen Spielern ganz gut tat. Dort konnten sich Typen wie Michel Schulz, Sven Schlüter und Lennart Fischer ausgezeichnet weiterentwickeln.

Und Sie zögerten tatsächlich keine Sekunde, als es um ihre Vertragsverlängerung ging?

Cabon: Ich hatte einige Angebote anderer Klubs. Auch höherklassiger. Aber bei der Westfalia fühle ich mich bestens aufgehoben, wie in einer Familie. Ich habe die Truppe bei der Ehre gepackt. Wir stehen kurz davor, den Betriebsunfall zu beheben. Die Westfalia ist auf einem sehr guten Weg zurück in die Landesliga. Aber das sehe ich nur als erstes Teilstück meines Weges hier, den ich fortsetzen will. Außerdem wollte ich keine weiten Anfahrtswege auf mich nehmen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ich in diesem Jahr zum zweiten Mal Vater werde.

Vor ihrem Engagement in Kinderhaus waren Sie Trainer der Damen-Reserve des SC Greven 09. Sehen Sie Unterschiede in der Arbeit mit Frauen oder Männer?

Cabon: Kaum. Meine Ansprachen an die Teams sind die selben – was Wortwahl und Lautstärke angeht. Vielleicht sind Frauen etwas nachtragender nach Niederlagen. Negativerlebnisse beschäftigt ein Frauenteam länger. Männer sind da robuster. Mit einem anschließenden Bier in der Kabine schlucken die auch den Ärger schneller runter. Und: Bei Männern werden Probleme im Team schneller gelöst.

 
Von Daniel Vaegs am 10.02.2011
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Kategorien: Aktuelles
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